Project Pitchfork – Continuum Ride

Irgendwie seltsam,  das neue Werk der Dark-Electro Pioniere. Ursprünglich bemüht, mit stark Industrial beeinflussten Electro Krachern nicht steril und kalt zu klingen, entwickelten “Project Pitchfork” sich stetig und mit zunehmendem Erfolg zu einer Dark Wave Electro Rock Band. Auf dem Höhepunkt ihrer Kariere angekommen, schaltete man schließlich wieder einen Gang runter, um sich nicht zu wiederholen.

Das ließ die letzten Werke etwas nackt klingen, so ganz ohne ruppige Gitarren. Das Pitchfork Bemühen, statt Electro Gehämmer lieber Atmosphärisch zu präsentieren zahlt sich nun aus.

Continuum Ride ist sicher nicht das ultra harte Electro Album geworden, glänzt aber durch Charme und darkem Wave, ohne dabei unterkühlt oder gezwungen düster zu klingen. 2010 müssen “Project Pitchfork” nicht mehr aggressiv klingen und gönnen uns ein entspanntes Hörvergnügen. “Dead Cities” und “Supersonic Snakebite” sind dabei das Maximum an harten Beats. “Endless Infinity” oder “Beholder” glänzen mit charmanten Popstrukturen, ohne zu kommerziellen Clubtrax zu mutieren.

Mit “Full Contact” erreicht das Album seinen abschließenden Höhepunkt. Ein zehn Minuten Epos, das sich an die Frühphase annähert.

Da geht noch was, da ist noch Spielraum. Ohne Zweifel, von der Qualität  ”IO” ‘s ein deutlich hörbares Stück entfernt. Aber zielstrebig steuern “Project Pitchfork” darauf zu. Und das klingt im Ergebnis besser, als würden sie “IO” hinterher laufen.

Über Joachim Naumann

Im verschneiten Dezember des Jahres 1971 wurde ich in einem 2000 Seelen Dorf im nördlichen Hessen geboren und wuchs in dieser Idylle auf. Was ich heute, in "Rheinmetropole" Düsseldorf lebend, in vielen Momenten vermisse, quälte mich als Jugendlicher so sehr, dass ich bereits früh mit dem "Denken" begann; die Stille, die Ruhe, das Fehlen von Hektik und zentralstädtischem Lärm. Abgesehen vom frühen "Denken" und dem (Auf-)Schreiben, das eher aus meiner pubertären Langeweile entstand, dürfte diese Ruhe für mein Interesse am "Krach als Kunstform" mit verantwortlich sein. Musik, die als Epos inszeniert wird, die "Dunkelheit", "Zorn", "Schmerz" und "Liebe und Hass" als zum Leben gehörende Gefühle nicht ausschließt, sondern durch das Erleben jener unschönen Gefühle entsteht oder "entartet". Musik, zwischen "Wagner" und "Nine Inch Nails", von "The Doors" über "Iron Maiden" bis zu "Secrets of the Moon" hat mich seit meiner Kindheit begleitet, fasziniert und wurde (über-) lebenswichtig. "Noize", Alternative (Rock/Pop/Metal), Garage (Rock/Punk), Punk, Grunge, Metal, Wave, Goth, Industrial/EBM, Neo-Folk, Celtic-Folk, Klassik und (Rock) Klassiker, von "Led Zeppelin", "The Who", "Black Sabbath" bis "Ghost Brigarde", "Samsas Traum", "Heaven shall Burn", von Klassikern aus den 60ern, über die 70er/80er bis zur Gegenwart und dem gegenwärtigen "90er Revival" werde ich das, was ich mag und das, was man nicht mögen muss in Worte gefasst vorstellen, in den Raum stellen und mitunter dort stehen lassen oder wieder entfernen. Die Musik, die Inhalte, die Politik und Religion, die Liebe und den Sex, sowie die Künstler, Musiker oder Erschaffer werden hier von mir gelobt, kritisiert, beschimpft und jedem Menschen ans Herz gelegt, der sich dafür begeistern kann...
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